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Traditionelle Ischler Krapferl

Weihnachtsbäckerei & Advent Österreichischer Klassiker · 6 Min. Lesezeit

Wenn im Advent der Duft von gerösteten Haselnüssen, feinster Teebutter und geschmolzener dunkler Schokolade durch die Backstube zieht, hat das Festtagsgebäck seinen kaiserlichen Höhepunkt erreicht. Traditionelle Ischler Krapferl gelten zu Recht als die Königsdisziplin der österreichischen Keksteller: zarter Nussmürbteig, fruchtig-herbe Marillenmarmelade und eine knackige Hülle aus Zartbitterschokolade vereinen sich zu einer unvergleichlichen Harmonie. Hier erfährst du Schritt für Schritt, wie dir das feine Traditionsgebäck daheim meisterhaft gelingt.

Frisch glasierte traditionelle Ischler Krapferl mit Schokoladenglasur und Pistazien auf einem Servierteller
Edles Festtagsgebäck aus dem Salzkammergut: Ischler Krapferl mit glänzender Schokoglasur und feiner Marillenfülle.

Kaiserliche Mehlspeiskunst: Woher die Ischler Delikatesse stammt

Kaum ein Gebäck verkörpert die Eleganz der k.u.k. Sommerfrische so vollkommen wie das Ischler Krapferl. Seine Wurzeln reichen direkt in die mondäne Kurstadt Bad Ischl im Salzkammergut.

In Bad Ischl verbrachte Kaiser Franz Joseph I. über viele Jahrzehnte hinweg seine Sommermonate in der ehrwürdigen Kaiservilla. An seiner Seite schätzte auch Kaiserin Elisabeth, genannt Sisi, die herausragende Handwerkskunst der lokalen Zuckerbäcker. Im Jahr 1832 gründete Johann Zauner die bis heute weltberühmte Kurkonditorei Zauner an der Ischler Pfarrgasse. Es war jedoch Konditormeister Richard Kurth, der in den 1950er-Jahren der Welt eine besondere Kreation schenkte: das Ischler Törtchen. Bei der Weltausstellung in Brüssel im Jahr 1958 wurde das feine Mürbteiggebäck mit einer Goldmedaille prämiert und trat seinen Siegeszug durch die mitteleuropäische Confiserie an.

Während das originale Törtchen in der Konditorei häufig mit einer samtigen Schokolade- oder Parisercreme serviert wird, entwickelte sich in der österreichischen Hausbäckerei rasch eine geliebte Weihnachtstradition: das Ischler Krapferl. Hier werden zwei zarte Mürbteigkekse mit säuerlich-fruchtiger Marillenmarmelade gefüllt und komplett oder zur Hälfte in edle Zartbitterschokolade getaucht. Diese Fruchtvariante besitzt den großen Vorteil, dass sie über Wochen haltbar bleibt und durch die Feuchtigkeit der Marmelade von Tag zu Tag noch mürber wird.

Der Unterschied zwischen der Konditorei-Variante und dem Hauskeks liegt vor allem in der Alltagstauglichkeit zur Adventszeit. Während eine frische Obers- oder Parisercreme gekühlt und innerhalb weniger Tage verzehrt werden muss, schenkt die klassische Füllung aus passierter Marillenmarmelade dem Keksgebäck jene erstaunliche Lagerfähigkeit, die wir an Weihnachtskeksen so schätzen. Gut verschlossen in einer nostalgischen Blechdose überdauern Ischler Krapferl die gesamte Adventszeit und gewinnen mit jedem Tag an Finesse.

Gut zu wissen: Für authentische Ischler Krapferl benötigst du hochwertige Zutaten aus der österreichischen Mehlspeisküche. Bei Gurkerl.at findest du alles in der Kategorie Zucker, Mehl & Backen tagesfrisch geliefert.

Der perfekte Haselnussteig: Mürbe, buttrig und nussig

Das Geheimnis eines echten Ischler Krapferls liegt im sogenannten 'Mürbteig mit Nuss'. Er muss auf der Zunge zerfallen, ohne trocken oder bröselig zu wirken.

Klassischer Mürbteig folgt der goldenen österreichischen Grundformel: ein Teil Zucker, zwei Teile Butter, drei Teile Mehl. Für Ischler Krapferl wird ein Teil des Mehls durch feinst geriebene Haselnüsse ersetzt. Verwende für ein besonders rundes Aroma geröstete Haselnüsse. Durch das Rösten entfalten die Nüsse ihre ätherischen Öle, was dem Gebäck seine unverwechselbare Tiefe verleiht.

Ein wesentlicher Kniff der Wiener Zuckerbäcker: Verwende ausschließlich feinen Staubzucker statt Kristallzucker. Staubzucker löst sich im kühlen Teig vollkommen auf. Kristallzucker hingegen würde sichtbare Körnchen hinterlassen und die zarte Mürbe beeinträchtigen. Eine Prise echte gemahlene Bourbon-Vanille und ein Hauch Salz runden den Teig vollendet ab.

  • Eiskalte Teebutter: Schneide die Butter in kleine Würfel direkt aus dem Kühlschrank. Warme Butter macht den Teig klebrig und brandig.
  • Rasch verarbeiten: Knete die Zutaten nur so lange, bis sie zusammenhalten. Zu langes Kneten aktiviert das Klebereiweiß im Mehl und macht die Kekse zäh.
  • Kühlruhe einhalten: Forme den Teig zu einem flachen Ziegel, wickle ihn in Folie und gib ihm mindestens eine Stunde im Kühlschrank Zeit.
Haselnussmürbteig wird dünn ausgerollt und mit einem runden Ausstecher ausgestochen
Kaiserliches Rezept für ca. 35 bis 40 Ischler Krapferl 45 Min. Vorbereitung · 1 Std. Kühlruhe · 10 Min. Backzeit

Zutaten für den Haselnussmürbteig:

  • 250 g glattes Weizenmehl (z. B. Fini's Feinstes Kuchenmehl)
  • 200 g eiskalte österreichische Teebutter (in Würfeln)
  • 100 g Staubzucker (fein gesiebt)
  • 100 g Haselnüsse (geröstet und feinst gerieben)
  • 1 Prise feines Meersalz
  • 1 Messerspitze echte gemahlene Bourbon-Vanille
  • 1 frischer Eidotter (Größe M, sorgt für extra Zartheit)

Für die Fülle & den Schokoguss:

  • 150 g Darbo Rosenmarillen fein passiert
  • 1 TL Inländer-Rum oder frischer Zitronensaft
  • 200 g Manner Zartbitter Kuvertüre (mind. 55 % Kakao)
  • 1 TL Kokosöl oder Kakaobutter (für geschmeidigen Seidenglanz)
  • 35–40 Stück geschälte geröstete Haselnusshälften zum Garnieren

Präzision beim Backen: Zartes Goldgelb statt dunkler Kruste

Mürbteigkekse verzeihen im Backrohr keine Unachtsamkeit. Nur wenige Minuten entscheiden zwischen perfekter Mürbe und trockenem Biskuit.

Nimm den durchgekühlten Teig etwa fünf Minuten vor dem Ausrollen aus dem Kühlschrank, damit er geschmeidig wird. Teile ihn in zwei bis drei Portionen und verarbeite immer nur eine Tranche, während der Rest kühl bleibt. So verhinderst du, dass die weiche Butter den Teig am Nudelholz kleben lässt.

01
Dünn & ebenmäßig ausrollen

Rolle den Teig am besten zwischen zwei Bögen Backpapier gleichmäßig 3 mm dünn aus. Durch das Backpapier benötigst du kaum zusätzliches Mehl, wodurch das Mischungsverhältnis perfekt erhalten bleibt.

02
Kleine Taler ausstechen

Verwende einen glatten oder leicht gewellten Ausstecher mit 3,5 bis 4 cm Durchmesser. Setze die Taler mit etwas Abstand auf ein mit Backpapier belegtes Blech. Je kleiner die Krapferl, desto eleganter wirkt das Konfekt.

03
Sanft backen & rasten lassen

Bei 175 °C Ober-/Unterhitze genau 8 bis 10 Minuten auf mittlerer Schiene backen. Die Kekse dürfen nicht dunkel werden, sondern sollen hellgelb bleiben. Frisch aus dem Rohr sind sie weich: Lass sie komplett am Blech erkalten.

Profi-Tipps für bruchfreie, gleichmäßige Kekse:

Ober-/Unterhitze schlägt Umluft: Umluft trocknet dünne Mürbteigplätzchen rasch aus und führt zu ungleichmäßiger Bräunung. Die sanfte Strahlungswärme von Ober- und Unterhitze garantiert, dass die Krapferl innen mürbe und außen zart bleiben.

Niemals auf heiße Bleche legen: Lass das Backblech vor jeder neuen Fuhre vollständig abkühlen. Legst du frische Keksrohlinge auf ein warmes Blech, beginnt die Teebutter sofort zu schmelzen und die Krapferl laufen unschön in die Breite.

Teigreste behutsam behandeln: Knete übrig gebliebene Teigabschnitte nicht kräftig durch. Schichte sie stattdessen einfach flach übereinander, drücke sie leicht zusammen und lege sie für zehn Minuten zurück in den Kühlschrank. So bleibt der Teig bis zum letzten Krapferl wunderbar zart.

Die fruchtige Seele: Warum passierte Marillenmarmelade unverzichtbar ist

Das unvergleichliche Geschmackserlebnis der Ischler Krapferl entsteht im Kontrast: Die feine Fruchtnote balanciert den buttrigen Haselnusskeks und die herbe Schokolade perfekt aus.
Zwei Mürbteigkekse werden mit warmer passierter Marillenmarmelade zusammengesetzt

In der österreichischen Pâtisserie gilt ein ungeschriebenes Gesetz: Für Ischler Krapferl kommt nur fein passierte Marillenmarmelade infrage. Marmeladen mit Fruchtstücken verhindern, dass die beiden Keksdisziplinen vollkommen eben aufeinandersitzen. Zudem garantiert passierte Rosenmarille eine samtige Schicht, die beim Hineinbeißen nicht unkontrolliert an den Seiten hervorquillt.

Der Konditor-Trick: Erwärme die Marillenmarmelade in einem kleinen Topf leicht und rühre einen Teelöffel echten Inländer-Rum oder frisch gepressten Zitronensaft unter. Die erwärmte Marmelade lässt sich mit einem Pinsel oder einem kleinen Löffel hauchdünn verstreichen. Sie dringt minimal in die Oberfläche der Kekse ein und 'verschweißt' die beiden Hälften nach dem Erkalten zu einer stabilen Einheit.

Setze nach dem Bestreichen den oberen Keks behutsam auf und drücke ihn ganz leicht an. Lass die zusammengesetzten Krapferl mindestens dreißig Minuten ruhen, bevor du mit der Schokoladenglasur beginnst. So kann die Marmelade anziehen und verhindert, dass die Kekse beim Eintauchen in die warme Kuvertüre verrutschen.

Frucht-Tipp: Wer Abwechslung sucht, kann auch feinst passierte rote Ribiselmarmelade probieren. Die erlesenen Fruchtaufstriche findest du direkt bei Gurkerl.at unter Marmelade & Konfitüre.

Der kaiserliche Mantel: Glänzende Zartbitter-Kuvertüre

Erst die Schokolade verwandelt das Gebäck in ein unverwechselbares Ischler Krapferl. Ein feiner Zartbitter-Überzug verleiht den nötigen Knack und den edlen Glanz.

Verzichte auf künstliche Kuchenglasuren mit hohem Palmfettanteil. Ein echtes Ischler Krapferl verlangt nach hochwertiger Zartbitter-Kuvertüre mit 55 % bis 70 % Kakaoanteil. Kuvertüre enthält einen höheren Anteil an Kakaobutter als gewöhnliche Tafelschokolade, wodurch sie beim Schmelzen flüssiger wird und hauchdünn erstarrt.

Schmelze zwei Drittel der gehackten Kuvertüre langsam im warmen Wasserbad bei maximal 45 °C. Nimm die Schüssel vom Wasserbad und rühre das restliche Drittel gehackter Schokolade unter, bis alles homogen geschmolzen ist. Diese schonende 'Impfmethode' temperiert die Kuvertüre optimal: Sie behält ihren tiefen Seidenglanz und wird beim Trocknen wunderbar knackig.

Lege jedes zusammengesetzte Krapferl auf eine Pralinengabel und tauche es entweder zur Gänze oder zur Hälfte in die flüssige Kuvertüre. Streife überschüssige Schokolade am Schüsselrand ab und setze das Gebäck auf Backpapier. Solange die Glasur feucht ist, folgt das traditionelle Krönchen: eine geröstete halbe Haselnuss oder eine Prise gehackte Pistazienkerne.

Lass die Schokolade bei kühler Raumtemperatur langsam fest werden. Ein Kälteschock im Tiefkühler würde die Kakaobutter kristallisieren lassen und unschöne graue Schlieren verursachen. Geduld bei der Trocknung wird mit makellosem Glanz belohnt.

Feinste Kuvertüren von Wiener Traditionsmarken wie Manner oder Bio-Spezialitäten findest du bei Gurkerl.at unter Kakao, Schokolade, Glasuren & Co.
Zusammengesetzte Ischler Kekse werden in glänzende Zartbitter-Kuvertüre getaucht