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Fluffige Schokorulade mit feiner Pariser Creme

Mehlspeisen-Klassiker

Kaum ein Gebäck weckt so viele wohlige Kindheitserinnerungen wie eine frische Schokorulade. Der dunkle, herrlich luftige Biskuitboden rollt sich sanft um eine zartschmelzende Pariser Creme, die jeden Schokoladenliebhaber verzaubert. Mit den richtigen Handgriffen, dem perfekten Temperaturgefühl und ein paar einfachen Konditor-Tricks gelingt dir dieser österreichische Kaffeehaus-Liebling garantiert rissfrei, saftig und formvollendet in der heimischen Küche.

Frisch aufgeschnittene Schokorulade mit Pariser Creme auf einer Servierplatte

Das Fundament: Der perfekte luftige Biskuitteig

Das Geheimnis jeder gelungenen Schokorulade beginnt bei der Struktur des Biskuitbodens. Ein Schokobiskuit muss einerseits leicht und watteweich aufgehen, andererseits aber genügend Elastizität besitzen, um sich später ohne Widerstand und ohne Bruchstellen eng rollen zu lassen. Da reines Kakaopulver dem Teig Feuchtigkeit entzieht und das Mehlklebergerüst schwerer macht als bei einem hellen Biskuit, kommt es hier ganz besonders auf die richtige Balance der Zutaten an.

Für das beste Ergebnis trennst du frische Bio-Eier sorgfältig im kalten Zustand, lässt sie dann aber vor dem Aufschlagen auf Zimmertemperatur kommen. Das Eigelb wird mit einem Teil des Zuckers und einem Schuss warmem Wasser minutenlang cremig-weiß geschlagen, bis sich das Volumen vervielfacht. Das Eiweiß schlägst du mit einer Prise Salz und dem restlichen Feinkristallzucker zu einem seidig glänzenden, schnittfesten Schnee.

Beim Mehl greifst du am besten zu feinem Weizenmehl glatt, das du im Verhältnis drei zu eins mit echter Speisestärke mischst. Die Speisestärke reduziert den Glutengehalt und schenkt der Teigplatte eine samtige Zartheit. Zusammen mit hochwertigem, ungesüßtem Backkakao siebst du diese Trockenmischung portionsweise über die Eiermasse.

Goldene Rühr-Regel

Verwende ab dem Moment des Mehlsiebens keinesfalls mehr das elektrische Rührgerät. Hebe das Mehl-Kakao-Gemisch mit einem breiten Teigschaber in großen, behutsamen Achterbewegungen unter. So bleibt die eingeschlagene Luft erhalten und der Teig geht im Backrohr wunderbar gleichmäßig auf.

Zubereitung des fluffigen Schokobiskuitteigs in einer Rührschüssel

Rissfrei rollen: Die goldene Tuch-Methode

Der berüchtigte Riss in der Biskuitroulade ist der Albtraum vieler Hobbybäcker. Doch das Einrollen ist reine Physik und mit der bewährten Wiener Küchentuch-Methode absolut gelingsicher. Ein Biskuitteig wird im Ofen bei 180 bis 200 Grad Ober- und Unterhitze zügig in acht bis zehn Minuten gebacken. Backst du ihn auch nur zwei Minuten zu lange, verdampft das im Teig gebundene Wasser und die Struktur erstarrt brüchig.

Warmes Biskuitblatt wird behutsam in ein feuchtes Küchentuch eingerollt

Solange die Gebäckplatte ofenwarm ist, sind die Eiweißketten und Stärkemoleküle flexibel und formbar. Nutze diesen kurzen Moment unmittelbar nach dem Herausholen aus der Röhre. Durch das Einrollen im warmen Zustand erlernt der Biskuit seine spätere Krümmung, ohne Spannung aufzubauen.

Ein sauberes, glattes Baumwolltuch und eine dünne Schicht Feinkristallzucker bilden die perfekte Schutzhülle. Der Zucker verhindert das Ankleben des Teigs am Stoff und bildet gleichzeitig eine hauchzarte, knusprige Schutzschicht.

1

Tuch vorbereiten

Breite ein frisches Küchentuch glatt auf der Arbeitsfläche aus und bestreue es gleichmäßig mit Kristallzucker oder etwas Kakao.

2

Heiß stürzen

Stürze das frisch gebackene Biskuitblatt mit der Oberseite nach unten mit Schwung direkt auf das vorbereitete Tuch.

3

Papier abziehen

Bestreiche das oben liegende Backpapier mit einem Pinsel voll kaltem Wasser. Nach zwanzig Sekunden lässt es sich mühelos abziehen.

4

Warm einrollen

Rolle den Teig von der kürzeren Seite her mitsamt dem Tuch zügig und locker auf. Lass die Rolle so vollständig auskühlen.

Pariser Creme: Der samtige Schoko-Klassiker

Während einfache Rouladen oft mit gezuckertem Schlagobers oder Marmelade gefüllt werden, verlangt eine echte Festtags-Schokorulade nach der Krönung der Konditorkunst: einer seidigen Pariser Creme, in Frankreich als Ganache bekannt. Diese Liaison aus frischem, fettreichem Schlagobers und aromatischer dunkler Kuvertüre besticht durch ihren puren, intensiven Kakaogeschmack und eine schmelzende Textur, die nicht beschwert.

Die Zubereitung ist denkbar einfach, erfordert jedoch Geduld und exaktes Timing. Bring 250 Milliliter Schlagobers mit einer Prise Bourbon-Vanille kurz zum Kochen und nimm den Topf sofort von der Herdplatte. Gib 250 Gramm fein gehackte Zartbitterkuvertüre mit mindestens 60 Prozent Kakaoanteil hinein. Lass die Mischung zwei Minuten ruhen, damit die Hitze die Schokolade durchdringt, und rühre sie anschließend von innen nach außen zu einer glänzenden Emulsion.

Die Ruhephase über Nacht

Die warme Pariser Creme ist flüssig wie Sirup. Sie muss für mindestens vier Stunden, am besten über Nacht, in den Kühlschrank. Erst wenn das Fett der Kakaobutter und des Obers vollständig kristallisiert ist, schlägst du die Creme mit dem Handmixer kurz und kräftig auf. Sie hellt dabei auf und verwandelt sich in eine standfeste, federleichte Mousse.

Aufschlagen der gekühlten Pariser Creme zur fluffigen Schokomousse